Erzgebirgisches Neunerlei – Kochen nach altem Weihnachtsbrauch

Der Weihnachtsbraten ist ein Glücksbringer

Im Erzgebirge pflegt man zu Weihnachten ganz besondere Bräuche. Dazu zählt zum einen die Zubereitung eines traditionellen Festmahls, welches den Name Erzgebirgisches Neunerlei trägt. Was es genau mit diesem Gericht auf sich hat und welche Traditionen an Heiligabend im Erzgebirge üblich sind, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Bedeutung des Erzgebirgischen Neunerleis

Wie der Name schon vermuten lässt besteht das Erzgebirgische Neunerlei aus neun verschiedenen Gerichten, sodass die Essensvorbereitung einige Zeit in Anspruch nimmt. Manchmal werden aber auch nur Bestandteile dieser Speisen serviert. Dabei tragen die einzelnen Komponenten des Mahls eine bestimmte Bedeutung. Traditionell werden die folgenden Speisen bei einem Erzgebirgischen Neunerlei aufgetischt. Zur Bratwurst, die für Kraft und Herzlichkeit steht, werden Kartoffelklöße und Sauerkraut gereicht. Das Sauerkraut trägt die Bedeutung, dass einem das Leben nicht sauer aufstößt. Die Kartoffelklöße sind eine Art Glücksbringer dafür, dass einem das große Geld nicht ausgeht. Die Linsen, die ebenfalls zu den neun Köstlichkeiten zählen, sollen andeuten, dass man immer über genügend Kleingeld verfügt. Der Weihnachtsbraten soll Glück bringen. Buttermilch schützt vor Krankheit und Mandeln oder Nüsse garantieren, dass das alltägliche Leben im kommenden Jahr schön wird. Pilze oder alternativ rote Rüben bringen Freude und auch durch das obligatorische Kompott soll man sich am Leben erfreuen.

Weitere Weihnachtsbräuche aus dem Erzgebirge

Das Weihnachtsfest im Erzgebirge ist gespickt von Bräuchen und Ritualen. Die Einhaltung dient meist dazu, dass die Familie vor Unheil bewahrt und mit Glück und Gesundheit gesegnet wird. Während der Einnahme des Erzgebirgischen Neunerleis empfiehlt es sich beispielsweise nicht den Tisch zu verlassen, da man sonst einer Redensart zufolge bestohlen wird. Weiterhin ist es üblich ein leeres Gedeck aufzulegen. Dieses steht für die Teilnahme eines fremden und armen Menschen. Ungeraden Zahlen sagt man nach, dass sie Unglück bringen. Daher entzündet man nur eine gerade Anzahl von Kerzen. Das häufig unter dem Teller befindliche Kleingeld bzw. das Stroh unter der Tischdecke soll dafür sorgen, dass der Familie das Geld im nächsten Jahr nicht ausgeht.

Bild: panthermedia.net Zorka Vuckovic