DDR-Wohnungseinrichtung

Außen pfui, innen hui: Plattenbausiedlungen der DDR

Von wegen grau und langweilig: So sahen vielleicht die Plattenbauten der DDR aus, aber innerhalb dieser tristen Bauten befanden sich oft farbenfroh eingerichtete Wohnungen. Neben biedermeierlich wirkenden Möbeln im dunklen Holz gab es auch bunt gemusterte Tapeten, Plüschsofas und lustig aussehende Lampen.

Wie sah der Einrichtungsstyle zu DDR-Zeiten aus?

Hinter den Wänden der grauen Plattenbauten dominierte viele Farben die Gestaltung der einzelnen Zimmer. Bunt gemusterte Wandtapeten waren damals besonders im Trend. Orange, Grün und Braun waren die Trend-Farben. Die Schirme der Lampen waren oft mit bunten Fransen verziert. Elektronische Geräte waren sehr groß. Radio, Fernseher und selbst der Toaster nahmen im Gegensatz zu heute sehr viel Platz ein. Daher musste die Einrichtung sowohl zweckmäßig sein als auch schön aussehen, damit sich die Bewohner wohlfühlen.

Wo gibt es Einblicke in das Wohnen zu DDR Zeiten?

Es gibt zahlreiche Filme, die Einblicke in die Wohnverhältnisse zu DDR-Zeiten geben. Besonders authentisch sind natürlich Filme, die zu DDR-Zeiten gedreht wurden. Nach den Besucherzahlen ist der Film „Die Geschichte vom kleinen Muck“ von Wolfgang Staudte der erfolgreichste Film der DDR-Geschichte. Er stammt aus dem Jahr 1953. Den zweiten Platz nimmt der Film „EHE IM SCHATTEN“ von Kurt Maetzig ein und auf dem dritten Rang befindet sich der Film „DAS KALTE HERZ“ von Paul Verhoeven. Es gibt aber auch neue Filme, die einen authentischen Einblick in das Leben zu DDR Zeiten vermitteln, wie „Goodbye Lenin“ oder „Sonnenallee“. Das Museum für Alltagskultur der DDR widmet einen Teil der Ausstellung ausschließlich dem Wohnen zu DDR Zeiten. „Wohnen im System“ heißt dieser Ausstellungsbereich.

DDR-Wohnung in Leipzig entdeckt

2009 wurde in Leipzig eine verlassene DDR-Wohnung entdeckt, die seit zwanzig Jahren nicht mehr betreten wurde. Der Wandkalender stand auf dem Jahr 1988. Die Wohnung muss fluchtartig verlassen worden sein. Das Frühstück stand buchstäblich noch auf dem Tisch. Briefe aus der Wohnung deuten darauf hin, dass ein 24-Jähriger dort wohnte, der in der Strafvollzugseinrichtung in Leipzig für ein Jahr in Haft saß. Warum der Mann die Wohnung fluchtartig verließ ist nicht bekannt. Die Entdeckung der knapp 40 Quadratmeter unveränderter DDR gibt einen authentischen Eindruck, wie die DDR-Bürger gewohnt haben.

Bild: Bundesarchiv, Bild 183-J0710-0302-006 / CC-BY-SA