Gab es in der DDR Internet?

Gab es bereits zu DDR Zeiten Computer mit Internetzugang?

Haben Sie sich schon mal gefragt, ob es in der DDR Internet gab? Jetzt werden Sie sich natürlich fast kopfschüttelnd abwenden, schließlich kam das Internet erst in den 1990er Jahren in den Massenmarkt. Aber erfunden worden ist es schon viel früher, gab es also schon in der damaligen DDR Internet?

Kein Internet für Privatpersonen

Für den privaten Haushalt gab es in der damaligen DDR noch kein Internet. Zwar gab es schon das Internet an sich. Doch erst die Entwicklung des Word Wide Webs ermöglichte die Ausbreitung des Internets in die privaten Haushalte. Es wurde erst im Jahr 1989 von Tim Berners-Lee entwickelt. Die DDR Bürger konnten damit das Internet aus dem einfachen Grund nicht nutzen, da das Internet zu diesem Zeitpunkt überall auf der Welt noch nicht für den Privatgebrauch zu nutzen war. Bücher oder Hotelleriezubehör online kaufen konnte zu diesem Zeitpunkt noch kein Mensch auf der Welt. Die Geschichte der DDR sähe vermutlich sehr viel anders aus, wenn es Internetzugänge für private Haushalte zu dieser Zeit bereits gegeben hätte. So hätte man sich viel früher über Twitter zu den Montagsdemonstrationen verabreden können 😉

Datenverbindung von West- zu Ostberlin

Zu DDR-Zeiten gab es tatsächlich eine Datenstandleitung zwischen der Humboldt-Universität in Ost-Berlin und der Freien Universität in West-Berlin. Diese wurde erst Ende der 80er Jahre errichtet. Sie war die einzige zivil genutzte Datenleitung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Diese Datenverbindung wurde jedoch als Netzwerkprotokoll betrieben und gilt daher nicht direkt als Internetverbindung. Zwar wurde die Domain „dd“ für die DDR auf dem Netzwerk reserviert, jedoch niemals aktiviert. Bis auf einige universitäre Tests hatte das Internet in der DDR keine Bedeutung. Das Telefon beherrschte zu DDR-Zeiten die mediale Kommunikation.

Bild: Rama CC-BY-SA 2.0